Europameisterschaft 2007

15th FAI European Hot Air Balloon Championship
16.08.-23.08.2007 – Magdeburg / Germany

Europeans 2007

Erstmalig in der dreißigjährigen Geschichte von Europameisterschaften im Heißluftballonfahren war Deutschland Gastgeber der ältesten Luftsportart. 83 Teams aus 24 Nationen waren nach Magdeburg eingeladen um in zehn geplanten Fahrten mit möglichst vielen Aufgaben den neuen Europameister auszufahren.

Das Wettbewerbsgebiet in der Magdeburger Börde ist zwar topografisch für Ballonfahrer nicht sehr abwechslungsreich und die meisten deutschen Piloten hätten sich gerne größere Höhenunterschiede gewünscht um mit den stark unterschiedlichen Winden über Bergen und Tälern arbeiten zu können. Fünf der acht deutschen Teams kamen aus dem Mittelgebirgsraum zwischen Rhein und Sauerland im Westen von NRW und mussten sich auf das flache Gebiet um die Elbe einstellen.

Wettbewerbe mit Heißluftballonen werden in der Regel durch Zielfahrten entschieden, d.h. die Piloten müssen möglichst genau zu vorgegebenen oder selbst erklärten Zielen fahren. Hierbei sind zur Anfahrt Distanzen zwischen 2 und 10 Kilometer zurückzulegen und die Steuerung der Aerostaten erfolgt ausschließlich mit Hilfe der unterschiedlichen Winde in verschiedenen Höhen. Die Piloten müssen, wenn nicht per GPS ausgewertet wird, einen Marker am Zielpunkt ablegen. Dieser Marker wird natürlich heutzutage oft mit modernen GPS-Technik vermessen.

Wie gut die Steuerung mit Hilfe der Winde und gleichzeitig die Qualität der Piloten bei der EM war zeigt auch ungeübten Beobachtern das Ergebnis der Aufgabe 4 eine so genannte Fuchsfahrt als Beispiel: Ein Ballon der Wettbewerbsleitung der so genannte Fuchs startet und legt nach ca. 30 Minuten Fahrtdauer ein Zielkreuz an seinem Landeplatz aus. Die Teilnehmer starten einige Zeit nach den Fuchs und versuchen ihren Marker möglichst nah an diesem Zielkreuz abzulegen. Gleich 58 der 79 gestarteten Piloten erreichten das Ziel mit weniger als 10 Metern Ablage. Bei so großer Leistungsdichte kann selbst der kleinste Fehler alle Medallienträume zu Nichte machen.

Eine Auswertung der Marker durch die Wettbewerbsleitung ist nicht besonders schwer. Der Teil des Markers der dem Zielmittelpunkt am nächsten liegt ist Punkt A und der Zielmittelpunkt selbst ist Punkt B. Strecke A nach B ist das Ergebnis. Bei andern Aufgaben wird oft ein Trackpunkt des GPS-Loggers als Punkt A ermittelt. Diese Messmethode ist bei Wettbewerben mit wenigen Teilnehmern oft genau genug. Bei der hier herrschenden Leistungsdichte und Präzision der Wettbewerber zeigte die GPS-Messung mit Loggern die auf einen Aufzeichnungsintervall von 5 Sekunden eingestellt sind gewisse Schwächen. Nicht nur über diese Problematik mit den GPS-Loggern wird in Zukunft bei den zuständigen Stellen diskutiert werden müssen.

Bei früheren Meisterschaften gab es teilweise Vorteile für Wettbewerber mit besserer technischen Ausstattungen. Aufgaben bei denen GPS Navigation mit hochauflösenden digitalen Karten vorteilhaft sind, wurden oft von Piloten aus westlichen Ländern gewonnen, da sie meistens über bessere Technik verfügten. Bei dieser Europameisterschaft gab es diesen Vorteil nicht mehr, da die osteuropäischen Piloten die gleiche Ausstattung in Ihren Körben einsetzten wie alle anderen Teams.

Leider konnten nur 7 der geplanten 10 Fahrten durchgeführt werden. Die drei letzten geplanten Fahrten vielen dem immer schlechter werdenden Wetter zum Opfer, so das nach 20 Aufgaben der neue Europameister ermittelt werden konnten. Der Franzose Francois Messines erlaubte es Uwe Schneider aus Giessen nicht seinen Titel zu verteidigen. Messines gewann die 15. FAI Europameisterschaft mit 15161 Punkten und somit 500 Punkte vor Uwe Schneider aus Giessen und 900 Punkten vor Markus Pieper aus Wiehl.

Die ersten Bedenken Magdeburg als Austragungsort der Europameisterschaft zu wählen zeigten sich als unbegründet. Die Landeshauptstadt von Sachsen Anhalt erfüllte alle Anforderungen einer Europameisterschaft. Gleichzeitig bot sie für die Wetterbedingten Zwangspausen mit dem Magdeburger Dom, der grünen Zitadelle (ein von Friedensreich Hundertwasser entworfenes Gebäude) oder dem Wasserstraßenkreuz im Norden der Stadt um nur ein paar zu nennen viel Abwechslung für alle Teams. Nicht zuletzt trug des herzliche Willkommen das jedes Team durch die Magdeburger Bevölkerung erleben durfte zum Gelingen der EM bei.

Die Organisation durch das Team um Markus Haggeney war ebenso souverän wie die Wettbewerbsleitung um Dominik Haggeney und Claude Weber. Bleibt nur zu hoffen das es nicht wieder dreißig Jahre dauert bis eine Europa- oder gar Weltmeisterschaft im Heißluftballonfahren in Deutschland ausgerichtet wird.

Informationen und Bilder auf:
Offizielle Seite der 15. FAI European Hot Air Balloon Championship => Link

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